St. Christophorus (St. Ansgar) – Das Hospital

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„Unsere Bruderschaft wird unvergänglich sein, weil der Boden, auf dem diese Pflanze wurzelt, das Elend der Welt ist, und weil. so Gott es will, es immer Menschen geben wird, die daran arbeiten wollen, dieses Leid geringer, dieses  Elend erträglicher zu machen.“  Bruder Gerhard, um 1095

Wir für Sie | Das Team | Referenzen | Versorgungsstatistiken | Zur Historie


Wir für Sie

Sie sind Veranstalter von kleinen und mittleren Mittelalterevents KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAund benötigen einen Sanitätsdienst? Unter dem Namen Hospital St. Christophorus (in frühmittelalterlichem Kontext St. Ansgar) bieten wir Ihnen unsere Fachkompetenz, Erfahrung und ein Konzept für einen ambientegerechten Sanitätswachdienst an. Unsere historische Darstellung wollen wir mit moderner Dienstleistung in Verbindung bringen. Unser Metier ist die kleine Wundversorgung ebenso, wie die professionelle Übernahme lebensrettender Maßnahmen und Betreuung von Notfallpatienten bis zur Übergabe an den öffentlichen Rettungsdienst. Individuell und kostenlos erstellen wir für Ihre Veranstaltung eine Risiko- und Gefahrenanalyse auf Grundlage ihrer und unserer Erfahrungswerte und natürlich der ordnungsbehördlichen Verfügung. Hierfür bedienen wir uns des bewährten Berechnungsalgorithmus nach Dipl.-Ing. Maurer.

big_19882204_0_350-466Die Dienstleistung erbringen wir für Sie innerhalb der regulären Marktbetriebszeiten von unserem Lager aus. Sie erreichen dort jederzeit einen Ansprechpartner. Das Dienst habende Personal wird für den Veranstalter, Händler und Lager zusätzlich jederzeit über Mobiltelefon erreichbar sein. Eine spezielle Rufnummer hinterlegen wir an der Orga, den Kassen und Handelsständen und auf Wunsch auch gerne in jedem Lager.

So erreichen uns die Einsatzmeldungen und wir machen uns sofort auf den Weg. Noch gehfähige Hilfeersuchende mit Bagatellverletzungen/ -erkrankungen suchen unser Lager auf und erfahren dort Behandlung und/oder Beratung. Für die Besucher der Veranstaltung werden wir auf den ersten Blick nicht ohne weiteres erkennbar sein. Dies ist aus unserer Sicht aber kein Makel, sondern Essenz des Konzeptes für eher kleine und mittlere Veranstaltungen, wo ein moderner, grellrot gekleideter Wachdienst ambientestörend wirken wird.

Ready for use...
Equipment: Notfallrucksack „Pax Wasserkuppe L-FT“.

Benötigt werden zur Weiterentwicklung natürlich einige Material- und Geldmittel. Aus den bescheidenen Zuwendungen, die wir bislang für unsere Dienstleistung erhalten haben, läßt sich unsere Leistungsfähigkeit bislang nur langsam verbessern. Auch gut erhaltene gebrauchte Geräte nehmen wir gerne als Spende oder für einen fairen Preis. Als Dankeschön für Ihr Sponsoring möchten wir Sie oder Ihr Unternehmen auf Wunsch gerne namentlich auf der Website erwähnen, bzw. verlinken.

Möchten Sie unsere Dienste buchen? Oder möchten Sie sich gar als Helfer oder Sponsor betätigen?

Bitte wenden Sie sich über das Kontaktformular an uns. Wir werden Ihre Anfrage schnellstmöglich beantworten!

Für dieses Projekt suchen wir auch noch mittelalterbegeisterte Mitstreiter. Vom Sanitätshelfer bis Notarzt werden alle Qualifikationen gerne willkommen geheißen.


Das Team

Christian ist im realen Leben seit dem Zivildienst 1992 mit dem Rettungsdienst befaßt, legte 1995 die staatliche Prüfung zum Rettungsassistenten ab und darf sich nach Ergänzungsprüfung seit November 2015 Notfallsanitäter nennen. Er ist bis zum heutigen Tag hauptberuflich als solcher tätig; unterbrochen durch „Ausflüge“ in den innerklinischen Bereich in einem großen Krankenhaus in Dortmund in den Bereichen Zentrale Notaufnahme und Intensivstation/Intermediate care.big_19900184_0_330-278

Aktuell ist Christian für einen großen Rettungsdienstleister in Schleswig-Holstein tätig. Bis heute absolvierte er verschiedene Aus- und Weiterbildungen und erlangte so Zusatzqualifikationen wie Ausbilder für Erste Hilfe (auch EH am Kind), Organisatorischer Leiter / Einsatzleiter Rettungsdienst und Qualitätsmanagementbeauftragter (TÜV). Weiterhin verfügt er über eingehende Erfahrungen im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz. Zeitweise leitete er einen Teil einer Einsatzeinheit NRW und führte diese im Einsatz. Lange Jahre hatte er die Verantwortung für die Planung und Durchführung von Sanitätswachdiensten im Namen einer großen Hilfsorganisation. Anfang November 2011 konnte Christian seinen Qualifikationen das international Anerkannte Zertifikat „ITLS-Provider Advanced“ hinzufügen.

Nicole ist seit 1998 Kinderkrankenschwester und seit 2018 ebenfalls  Notfallsanitäterin. Nach ihrem Krankenpflegeexamen arbeitete sie bis 2006 in der Erwachsenenpflege, zuletzt auf einer allgemeinchirurgischen Station. Nachdem sie die Krankenpflege alleine nicht mehr ausfüllte, machte sie ihre Prüfung zur Rettungssanitäterin und arbeitete fortan für eine große Hilfsorganisation im Krankentransport. Nebenbei bildete sie sich zur staatlich geprüften Rettungsassistentin weiter, zu der sie im Frühjahr 2010 nach Abschluß ihres Anerkennungspraktikums die Erlaubnisurkunde erhielt. Ebenso erlangte sie die Qualifikation zur Ausbilderin für Erste Hilfe, Ersthelfer von morgen (EH für Kinder) und zur Gruppenführerin im Katastrophenschutz.

Von Anfang Mai bis Ende Oktober 2010 war sie überbrückend wieder innerklinisch in Dortmund tätig, bevor für beide langjährig gehegte Traum vom Umzug ins Land der Horizonte Wirklichkeit wurde.

Auch Nicole erlangte Anfang November 2011 das Zertifikat „ITLS-Provider Advanced“

Seit Ende 2014 zeitweise mit im Team ist Lars, der erst als Rettungstaucher ehrenamtlich tätig war, jetzt aber als spätberufener den Weg in den Landrettungsdienst gefunden hat und mit 42 Jahren Lebenserfahrung noch die Ausbildung zum Rettungsassistenten gemacht hat.

Referenzen


Versorgungsstatistiken

2016: Dreimal Lütjenburg, dreimal nix Wildes. Glücklicherweise erfreuen sich die Lütjenburger einer guten Gesundheit und Rubustheit.

2015:

Mittelalterey und Lütjenburger Aufbruch an der Turmhügelburg: diverse Bagatellverletzungen.

9. Schlossbergspektakel Dillenburg: 2x Kreislaufprobleme/Hitzeerschöpfung, davon einmal Arztzuweisung, 3 Wespenstiche, davon einmal nur Nachsorge und Arztzuweisung, eine nähwürdige Rißwunde erstversorgt und zur Nähstube überwiesen, 1 Schürfwunde und Prellung/Kapselerguß, einmal „Zeh-Problem“ 😉 (Zeh gegen Hering, Hering hat gewonnen), diverse Bagatellen. In Anbetracht der enormen Hitze doch recht übersichtlich.

2014:

8. Schlossbergspektakel Dillenburg: Eine Erstversorgung nach Sturz, Abtransport durch den öffentlichen Rettungsdienst

Lütjenburger Aufbruch (wieder einmal ohne offizielllen Auftrag): Wundversorgung nach Schnittverletzung

2013:

Burg Ravensberg: Ein Pflaster, sonst nix. So wollen wir das!

Lütjenburger Aufbruch – wir können auch ohne offiziellen Auftrag! 🙂 Einmal Fäden ziehen auf besonderen Wunsch und Drängen einer Teilnehmerin

7. Schloßberspektakel Dillenburg:

  • Zweimal Kreislaufkollaps, davon einmal erweiterte Versorgung durch uns und nachfolgend Abtransport mit dem Rettunsgdienst
  • Ein überanspruchtes Knie
  • diverse Bagatellverletzungen -> Pflästerkes

 2012:

6. Schloßbergspektakel Dillenburg:

  • Ein „Kollateralschaden“ vom Feuerwerk (Prellmarke/Schurfwunde a.d. Stirn) -> Wundreinigung, Hydrogelpflaster
  • Diverse Pflästerkes, sonst nix

 Burgaltendorf:

  • Diverse Wespenstiche gekühlt
  • Schnittverletzung mit einer Gränsfors-Axt (scharf!!!) am Zeh versorgt
  • diverse andere Bagatellverletzungen versorgt

Burg Ravensberg:

  • 2 Pflaster, 1 mal Wickelstube 🙂

 2011:

  5. Schlossbergspektakel Dillenburg:

  • 1 Wundvisite (wiederholt, vorbestehende Verletzung eines Lagernden)
  • 1 leichte Verletzung durch Axt, Erstversorgung -> Weiterbetreuung im Lager
  • 1 Knieverletzung durch Sturz, Erstversorgung -> ambulante Behandlung im Krankenhaus
  • 1 Kreislaufkollaps einer Besucherin, erweiterte Erstversorgung – > Abtransport durch Rettungsdienst
  • diverse „Pflästerkes“

Celtic Rock & Mittelalterspektakel Burg Greifenstein

  • 2 schwer alkoholisierte Personen -> Betreuung und Abtransport durch/in familiäre Obhut (Celtic Rock)
  • 1 anaphylaktischer Schock 3. Grades durch Wespenstich bei einem Lagernden -> erweiterte Erstversorgung und Abtransport durch Rettungsdienst (Mittelalterspektakel)
  • wenig „Pflästerkes“

2. Mittelaltermarkt Burg Ravensberg: 1 Wundversorgung (Brandwunde durch weggeplatzte Kohle)


Zur Historie

Primäre Aufgabe der Hospitaliter (Anm.: unserer ursprünglichen Darstellung), das sagt bereits der Name, die Pilger- und Krankenpflege. Ursprung des Ordens war der Muristan, ein von amalfitischen Kaufleuten geführtes Pilgerhospiz. Bruder Gerhard, der erste beurkundete Princeps der dort ansässigien Laienbruderschaft reorganisierte es und führte es 1099 in die weitgehende Eigenständigkeit. Das Jahr wird seither als Grundungsjahr des Johanniter-/Malteserordens angegeben. 1113 erlangte der Orden päpstliche Anerkennung und unterstand fortan lediglich dem heiligen Stuhl. Sein Nachfolger Meister Raimund von Le Puy erlangte weitere Privilegien, baute das Hospital weiter aus und gründete zahlreiche Filialhospize an Pilgerwegen und -stätten. Unter ihm vollzog sich auch der Wandel zu einem geistlichen Ritterorden. Nach dem Vorbild der noch jungen Templer betätigten sich zunehmend ehemals weltliche Ritter, welche sich dem Orden anschlossen im bewaffneten Pilgerschutz. Aber weiterhin hatte jeder Bruder, auch jeder Bewaffnete, seinen Dienst im Hospiz an „den Herren Kranken“ zu verrichten!

Nicht vorenthalten möchten wir Ihnen einen Buchausschnitt basierend auf einem Augenzeugenbericht eines deutschen Mönchs, welcher sich vor dem Fall Jerusalems einige Zeit im Mutterhospital aufhielt und die dort herrschenden Verhältnisse beschreibt:

„Gemäß diesem Gewährsmann (gemeint ist der Mönch, Anm. v.m.) konnten Kranke aller Nationen und Stände, Männer und Frauen, Christen, aber auch Andersgläubige, im Spital Aufnahme finden. Das Spital wird als „Palast der Kranken“ bezeichnet und gehört daher auch ihnen. Je größer die Zahl der hier versammelten Kranken ist, desto mehr würde auch das Ansehen Christi erhöht. Tatsächlich haben von dem Angebot, im Spital Aufnahme zu finden, auch Juden, nicht aber Mohammedaner Gebrauch gemacht. Diese großzügige Toleranz mitten in der Kreuzfahrerzeit mag erstaunlich sein, entspricht aber der Grundtendenz der Johanniter, denn jeder Kranke, ob Mann oder Frau, ob Christ, Jude oder Moslem, war ein nächster Christi, der aufgenommen und gepflegt werden mußte. Dieser Grundsatz kam auch noch später in Rhodos und sogar noch in Malta zur Anwendung. Für die Kranken war nichts gut genug, und daher werden wohl auch orientalische Ärzte im Spital beschäftigt worden sein, weshalb auch Einheimische sich im Spital behandeln ließen. Die meisten Frauen, die im Krankenhaus der Johanniter entbanden, waren sicher Orientalen: Christen aller Konfessionen und Juden. Auch innerhalb der Krankheiten machte man keine Unterschiede, mit Ausnahme der Leprosen, die auf Grund „ihres verabscheuungswürdigen Atems“ andere Menschen anstecken würden und daher gesondert gehalten werden mußten. Für die Leprakranken gab es in Jerusalem ein eigenes Krankenhaus, indem ursprünglich die Kranken sich selbst pflegten. Aus dieser Gemeinschaft entwickelte sich später der Lazarusorden.

Wenn ein Kranker mit eigener Kraft nicht mehr selbst in das Spital kommen konnte, dann wurde er von Dienern des Hospitals, wohl Dienenden Brüdern, in seinem Haus aufgesucht und sorgfältig in das Spital transportiert. Es bestand offenbar eine Art Rettungsdienst, der auch die ausziehenden Kriegsscharen begleitete. Diesem gehörten auch festbesoldete Chirurgen an, die am Schlachtfeld Zelte oder große Baldachine aufstellten, wohin die Verwundeten, aber auch ihre Reittiere gebracht wurden. Letztere – es werden Kamele, Pferde, Maultiere und Esel genannt – wurden gleichfalls in Verwahrung genommen und dienten dann, nach der Versorgung der Verwundeten durch die Chirurgen, für ihren Abtransport ins Krankenhaus. Wenn diese nicht ausreichten, dann beschafften sich die Sanitäter andere Tragtiere, und wenn auch diese nicht genügten, dann hatten die Johanniter ihre eigenen zur Verfügung zu stellen, um zu Fuß in die Stadt zurückzukehren. Mit dieser Handlung, so betont der deutsche Mönch, sollte dokumentiert werden, daß die Johanniter ohne Besitz seien und selbst ihre Reittiere nur von den Kranken geliehen hätten. Diese erstaunliche Handlung, die zeigt, wie ernst die Johanniter im 12. Jahrhundert ihre Aufgabe sahen, muß der deutsche Mönch selbst erlebt haben. (…)

Zitiert aus „Die Vasallen Christi“ – Berthold Waldstein-Wartenberg, Böhlau-Verlag, 1988, Seiten 112, 113

Quellenbezug: Staatsbibliothek München CML 4620 f. 132 b -139 b

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