Marktmittelalter quo vadis?

Gerade habe ich über Bekannte auf Fratzenbuch vernommen, dass wieder ein Veranstalter einen wie auch immer gearteten und begründeten Obolus von den Lagern nehmen möchte! Der Choleriker in mir schrie sofort auf: Sag mal, hackt es bei euch? Liebe Veranstalter, denkt doch einfach mal für zwei Minuten darüber nach, wer euch eure Veranstaltungen überhaupt erst einmal mit Leben füllt! Klar, ein paar Freß- und Saufbuden sind schnell in die Gegend geklatscht. Dazu noch eine Bretterbude, die Chinablingbling verkauft, und eine Kellercombo, die gar fürchterbar schräg auf Sackpfeife und Davul Klänge erzeugt – fertig ist der Mittelaltermarkt!

Oder eben auch nicht. Ohne die Lagergruppen, die womöglich sogar mehr als nur Sitz-  und Saufritter sind und vielleicht sogar Handwerk vorführen, sähe es doch arg trist auf einer solchen VA aus, oder nicht? Und hey, diese Leute sind im Gegensatz zu obigen Budenbetreibern zu 100% Hobbyisten. Sicher auf unterschiedlichem Anspruch und mit wechselndem Niveau. Aber eins bleibt (fast) immer:  Wir alle stecken viel Liebe, noch mehr Arbeit und einen ganzen Haufen Geld in dieses Hobby. Und jetzt sollen wir auch noch „Eintritt“ dafür zahlen, während der Veranstalter sich eine goldene Nase, mancher sogar die Zweite oder Dritte verdient? Ja klar! Läuft bei Euch!

Und wäre das alleine nicht so schlimm – nein, es finden sich immer wieder noch Lagergruppen, die DAS auch noch toll finden (oder zumindest verstehen)! Der arme Veranstalter hat ja soooo furchtbar viele Unkosten mit den Lagern. Das viele Holz, was die so am Wochenende verbrennen. Das Wasser, was sie verbrauchen, Stroh gar. Oder Toilettenwagen und Duschen sollen auch noch her! Da muss man doch Verständnis für haben, dass man da jetzt auch noch einen Obolus abdrücken soll…

Nein, habe wir nicht! Wenn bei einer kommerziellen Veranstaltung die Kalkulation so furchtbar knapp ist, dass eine solche Maßnahme notwendig wird, dann muss der Veranstalter wohl oder übel noch einmal Nachhilfe in Betriebswirtschaftslehre nehmen, so einfach ist das!

Und jetzt zurück zu den Göttern…

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2 thoughts on “Marktmittelalter quo vadis?

  1. Und dann gibts zum Glueck noch die Veranstalter die einem mit Lebensmittel, Getraenke, Holz und Stroh versorgen. Manche Zahlen sogar ein Obolus fuers Benzin.

    1. Den wir üblicherweise nichteinmal erwarten würden. Quid pro quo ist hier unsere Devise. Über die reine Darstellung/Belebung hinausgehende Dienstleistung natürlich explizit ausgenommen. 😉

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